Glossar – Begriffe rund um Legal Tech

Legal Tech ist zwar auch ein Hype – die komplexen Sachverhalte, die das Phänomen umfasst, sind jedoch nicht zu unterschätzen. Als interdisziplinäres Feld umfasst Legal Tech vor allem die Bereiche Jura und Informatik. Doch auch Begriffe, die aus dem Marketing stammen, werden oft verwendet.

In diesem Glossar befinden sich Fachausdrücke, die notwendig sind, um die Zusammenhänge hinter Legal Tech und anderen Feldern zu verstehen – knapp und verständlich für Sie erklärt.

Big Data: Unmengen von komplexen Datensätzen, die nicht mit normalen Datenverarbeitungsmethoden ausgewertet werden können.

Bitcoin: Digitale Währung bzw. Kryptowährung, dessen Wert nicht von einer dritten Partei bestätigt werden muss, wie es bei staatlichen Währungen der Fall ist. Technische Grundlage der Kryptowährung ist die Blockchain-Technologie

Blockchain: Eine Art der distributed ledger technology, welche als dezentrales, offenes Verzeichnis fungiert. Es prüft, ob Vereinbarungen gehalten wurden, indem Transaktionen in einem „block“ gespeichert und zusammengefasst werden. Das System ist verkettet und wird laufend aktualisiert. Veränderungen bleiben nur schwer unbemerkt, was das System zu einem sicheren Verfahren macht. Weitere Details zur Blockchain-Technologie gibt es in unserem Interview mit RA Florian Glatz.

Chatbot: Programm, das ohne menschliches Zutun über Sprache kommunizieren kann. Wie Chatbots in der Rechtsberatung als sogenannte „Legal Chat Bots“ eingesetzt werden, erklärt Patrick Prior im Artikel „Warum Legal Chatbots die Kommunikation mit Rechtsanwälten grundlegend verändern werden„.

Cloud/Cloud-Computing: Speicherplatz oder Rechenleistung, welche über das Internet läuft und daher von überall abgerufen werden kann.

Disruption: Der Begriff leitet sich auf dem englischen Wort „disrupt“ – zu deutsch „zertstören“ – ab. In der Wirtschaft beschreibt er einen Umbruch, der beispielsweise durch innovative Technologie bestehende Systeme „zerschlägt“. Hier kann zum Beispiel die e-Commerce genannt werden: Online-Shops ersetzen hier das lokale Ladengeschäft.

Dokumentenautomatisierung: Die automatische Generierung von Rechtsdokumenten, wie Verträgen. Mehr zum Thema Dokumentenautomatisierung gibt es im Interview mit dem Unternehmen Smart Law.

ELTA: Abkürzung für die European Legal Tech Association. Gegründet wurde sie u.a. von den Firmen Leverton, Roland Berger, der Law School Bucerius Center on the Legal Profession sowie den Kanzleien CMS und Baker & McKenzie. Die Organisation hat ihren Sitz in Berlin. Das Hauptinteresse ihrer Initiatoren liegt darin, Wissen über den Einsatz von Software und IT-Technologie im Rechtsberatungsmarkt zu verbreiten und zu fördern. Dabei setzt sie sich auch für Forschung und Kommunikation innerhalb der Legal Tech-Szene ein. Hier geht es zur Homepage der ELTA

Hackathon: Wortneuschöpfen aus den Begriffen „Hacking“ und „Marathon“. Es beschreibt einen Wettbewerb zwischen Teams, die innerhalb einer bestimmten Zeit eine Soft- oder Hardware entwickeln müssen. Meist findet der Hackathon unter einer bestimmten Aufgabenstellung statt.

IBM ROSS: Computer-Software, die auf der künstlichen Intelligenz WATSON, aufbaut. Entwickelt wurde sie vom US-amerikanischen IT- und Beratungsunternehmen IBM. WATSON kann Fragen beantworten, die in natürlicher Sprache weitergegeben werden. ROSS hilft Juristen bei der Recherche nach juristischen Texten und Urteilen und kann somit bei komplexen Falllösungen große Unterstützung leisten. Wie IBM ROSS funktioniert, erklärt unser Autor Patrick Prior auf advotisement.de.

Internet of Things (I.o.T.)/Internet der Dinge: Vernetzung intelligenter Gegenstände. Dazu gehören Alltagsgegenstände wie der Kühlschrank, aber auch Maschinen aus der Industrie.

Künstliche Intelligenz (K.I.)/ Artificial Intelligence (A.I.): Die Technologie, welche computergesteuertes, intelligentes Verhalten automatisieren will. Unterschieden wird dabei zwischen Nachahmung und tatsächlicher Problemlösungskompetenz.

Smart Contract: Computerprotokolle, mit denen Verträge dargestellt und verifiziert werden bzw. z.T. automatisch generiert werden. Sie zeichnen sich durch Benutzerschnittstellen und digitale Rechteverwaltung aus.

Software as a Service (SaaS): Wird meist im Zusammenhang mit Cloud Computing verwendet. Die IT-Infrastruktur und Software wird dabei von einem externen Dienstleister betrieben. Meist handelt es sich dabei um ein Programm, das als Dienst von überall aus genutzt werden kann, zum Beispiel durch ein Portal zu dem der Nutzer einen Zugang hat. Wesentlicher Vorteil für den Nutzer ist, dass er sich die Anschaffungskosten zum Teil spart. Die Wartung und Aktualisierung bleibt in der Hand des Betreibers. Nähere Definition auf Wikipedia

Rechtsinformatik: Eine interdisziplinäre Wissenschaft, die sich damit beschäftigt, wie IT-Technologie im Recht genutzt werden kann und wie sich die beiden Fachbereiche zueinander verhalten. Wichtige Fragestellungen aus diesem Bereich betreffen dabei das Datenschutzrecht. Der Legal Tribune Online befasst sich auch in einem Artikel damit, wie Rechtsinformatik in die Ausbildung von Juristen integriert werden kann.