Open/Close Menu Wie Anwälte neue Chancen nutzen
recode.law

Immer mehr studentische Initiativen machen sich für Legal Tech und Legal Design stark. So auch die neu gegründete Initiative „recode.law“ aus Münster. Am 14.01.2019 fand die Auftaktveranstaltung statt und stieß dabei auf unerwartet viel Begeisterung.

Am Montagabend öffneten sich die Tore der JurGrad Münster allen, die sich bereits mit dem Thema Legal Tech auseinandergesetzt hatten, aber auch jenen, die sich unter dem Begriff noch nichts Konkretes vorstellen konnten.

Die internationale Wirtschaftskanzlei „Noerr“ trat als Sponsor auf

Henrik Volkmann
Henrik Volkmann von recode.law

Unter dem Titel „Was ist Legal Tech?“ galt es, den Anwesenden einen ersten Zugang zu diesem interessanten, aber doch nicht immer leicht fassbaren Thema zu ermöglichen. Zugleich ging es den Initiatoren darum, den Anwesenden die Begeisterung, die den Verein antreibt, zu vermitteln. Zunächst gab Henrik Volkmann als Chairman von recode.law einige Informationen über Aufbau, Arbeit und Motive des Vereins. Dabei ging es auch darum, wie Interessierte aktiv im Verein mitarbeiten können. Anschließend stellte sich der Sponsor Noerr vor, der die Veranstaltung in dieser Form erst möglich gemacht hatte. Das Wort ergriff Dr. Nikolai Warneke, Partner im Frankfurter Büro, der mit drei Kollegen aus Frankfurt am Main und Düsseldorf für das Event angereist war.

Digitaler Wandel ist schon lange da

Nach  der Begrüßung und Vorstellung ging es um die Inhalte: Den Anfang machte Nico Kuhlmann, Anwalt bei Hogan Lovells und Gründer des Hamburger Legal Tech Meetups. In anschaulicher und überzeugender Weise erläuterte er dem Publikum, inwiefern der digitale Wandel in allen Lebensbereichen nicht erst bevorstehe, sondern schon im vollen Gange sei und teilweise schon in der Vergangenheit liege. Daraus schlussfolgerte er, dass dieser Wandel natürlich auch in der juristischen Arbeitswelt längst angefangen habe. Es sei daher unerlässlich, sich mit dem technischen Fortschritt und der progressiven Veränderung auseinanderzusetzen. Kuhlmann gelang es, den Anwesenden einen Überblick über die vielfältigen Facetten von Legal Tech zu geben und erläuterte, inwiefern sich Trends und bereits fertige Anwendungen in Bezug auf Adressaten, Einsatzgebiet und zugrundeliegender Technik unterscheiden können.

kickoff event recode.law

Institutionelle Hürden bremsen Legal Tech

Nachdem so der erste Zugang zum Thema Legal Tech hergestellt worden war, durfte ein Einblick in die Praxis eines Legal Tech-Unternehmens nicht fehlen. Oskar de Felice, der als Legal Strategist bei dem sehr erfolgreichen Legal Tech-Startup „Flightright“ arbeitet, hielt den zweiten Vortrag des Abends. „Flightright“ setzt seit nunmehr acht Jahren die Fluggastrechte von Verbrauchern auf der ganzen Welt durch. De Felice gab den Anwesenden interessante Einblicke aus seiner Arbeit bei „Flightright“ und konnte aus eigener Erfahrung berichten, welche Fähigkeiten in der Branche gebraucht werden und welche Hürden bei der Digitalisierung von rechtlichen Prozessen auftauchen können. Besonders bemerkenswert waren seine Ausführungen über prozessuale Taktiken und Argumentationsstrategien, welche durch die große Menge an gesammelten Daten europaweit individuell an die Gerichte angepasst werden können.

recode.lawIm Anschluss an den zweiten Vortrag war Raum für Fragen und Diskussionen, die sich vor allem auf gesetzliche und institutionelle Probleme im deutschen Rechtssystem, die eine schnellere Verbreitung von Legal Tech-Tools verhindern, richteten.

Danach tauschten die knapp 70 Teilnehmer bei Buffet und Drinks Ideen aus und knüpften Kontakte.

Abschließend bedankten sich die Mitglieder von recode.law bei allen Anwesenden, dem Sponsor Noerr und den anwesenden Vertretern sowie den beiden Speakern. Man freue sich über das positive Feedback und das überwältigende Interesse an einer Mitarbeit im Verein. An den nächsten Events werde schon mit Hochdruck gearbeitet.

Fotos: Henrik Volkmann

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