Open/Close Menu Wie Anwälte neue Chancen nutzen
Anwaltssuchdienste

Marketing für Rechtsanwälte ist digital. Natürlich nicht nur digital, denn auch klassische Werbeformen funktionieren im Jahr 2019 immer noch – auch und gerade für Rechtsanwälte. Aber für viele Kanzleien funktioniert Mandantenakquise und Personalakquise inzwischen vor allem digital, d. h. im Internet. Aber wie? Welche Kanäle gibt es und für wen eignen sie sich?

Habe ich mich in Teil I dieses Beitrags den Themen Website, Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenwerbung (z. B. Google Ads) gewidmet, geht es nun in Teil II um Anwaltssuchdienste und Jobportale für digitales Personal-Marketing im juristischen Bereich.

1. Anwaltssuchdienste

Ihr Ruf ist nicht besonders, ihre Vertriebsmethoden nicht selten etwas aufdringlich. Und auch die Kosten für ein Profil bewegen sich nicht gerade im Cent-Bereich. Viele Gründe, die gegen Anwaltssuchdienste wie Marktführer anwalt.de, aber auch Anwalt-Suchservice, anwalt24 und andere sprechen[1].

Aber ich sage Ihnen: Überdenken Sie die Vorurteile gegen Suchdienste gründlich! Denn Ruf und Vertriebsmethoden sind vollkommen zweitrangig, wenn der Erfolg bei der Akquise dem „System Anwaltssuchdienst“ recht gibt. Und es funktioniert,  wenn man mit seinem Suchdienstprofil richtig arbeitet, es also mit einem guten Foto und den Profiltext mit den richtigen Schlagworten, zu denen man gefunden werden will, ausstattet Effektiv ist zu diesem Zweck auch das Veröffentlichen von Beiträgen zu sehr spezifischen Rechtsproblemen der eigenen Wunschmandanten.

Denn wie sagte einmal ein Mitarbeiter eines großen Suchdienstes zu mir: Mit einem Suchdienstprofil ist es wie mit einem Fitnessstudio-Vertrag: Der Vertrag alleine bringt nichts. Man muss schon hingehen und Sport machen, damit man Erfolge sieht. Und das trifft es – das kann ich aus eigener Erfahrung sagen! – auch für Profile bei Anwaltssuchdiensten absolut auf den Punkt. Wer die Vorurteile gegen Suchdienste über Bord wirft, sein Profil gut aufstellt und aktiv damit arbeitet, wird sicherlich von den sehr unterschiedlichen Angeboten und Möglichkeiten bei der Mandantenakquise profitieren. Ich habe es ausprobiert, es funktioniert.

Für wen eignen sich Anwaltssuchdienste? Vor allem für Kanzleien jeder Größe, die mit ihrem Beratungsangebot vornehmlich Privatpersonen ansprechen, also z. B. Familienrecht, Erbrecht, Verkehrsrecht. Und für deutschsprachige Kanzleien aus dem Ausland – in allen Bereichen!

2. Online-Personalakquise

Marketing im Netz ist nicht nur Mandantenakquise. Gerade in Zeiten, in denen gute Anwälte und nichtjuristische Mitarbeiter nicht auf den Bäumen wachsen, sollten sich Anwälte das vor Augen führen. Mitarbeiter der Generation Y – also den qualifizierten Nachwuchs – findet und ÜBERZEUGT man heutzutage in der Regel nicht mit einer schwarz-weißen Stellenanzeige in der NJW – auch nicht, wenn diese Stellenanzeige im Netz steht. Wer potenzielle Mitarbeiter von heute ansprechen und überzeugen will, sollte sich ernsthaft Gedanken über spezielle Online-Jobportale für den Rechtsberatungsmarkt machen.

Hier sollte man Geld und Herzblut hineinstecken, die Kanzlei und Karrieremöglichkeiten bestenfalls mit allen auf den Portalen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten (Foto, Video, Text) präsentieren. So sorgt man für Transparenz gegenüber potenziellen Bewerbern: Ein wesentlicher Erfolgsfaktor, mit dem man heute Bewerber überzeugt. Und exakt diese Transparenz bieten juristische Jobportale und Job-Matching-Plattformen[2].

Nutzen Sie Arbeitgeberprofile oder Stellenanzeigen z. B. auf talentrocket.de, aber auch auf Job-Matching-Plattformen der LTO oder bei legalhead.de. Präsentieren Sie sich transparent und medienwirksam und holen Sie die Bewerber da ab, wo sie sind: im Internet und mit der Ansprache, die diese Bewerber aus ihrem normalen Kommunikationsalltag kennen. Denn dieser Alltag mag teilweise bereits ganz anders aussehen, als Ihrer – und das ist keine Wertung, ob „besser“ oder „schlechter“ – das ist schlichtweg Fakt.

Für wen eignen sich juristische Jobportale und Job-Matching-Plattformen? Für Kanzleien jeder Größe. Die Angebote sind sehr vielfältig (Arbeitgeberprofil inkl.  Stellenanzeigen oder nur Stellenanzeigen dauerhaft/einmalig etc.) und bieten nicht nur für große Kanzleien Lösungen. Das ist zwar oft nicht ganz günstig, aber auch Stellenanzeigen andernorts sind nicht billig und der Erfolg der speziellen Portale gibt ihnen recht.

Fazit: Vielfältige Möglichkeiten zur Akquise von Mandanten und Mitarbeitern

Die Möglichkeiten, im Netz Mandanten zu akquirieren und die richtigen Mitarbeiter zu finden, sind enorm vielfältig. Dabei muss es nicht immer gleich enorm teuer sein – Marketing im Netz lässt sich, je nach Kanzleigröße und Geldbeutel, sehr exakt dosieren und dennoch effizient gestalten. Das betrifft Mandantenakquise genauso wie Personalakquise im Internet. Richtig gemacht, kann man im Internet exakt die Menschen ansprechen und überzeugen, die man sucht – das gilt für Mandanten wie Mitarbeiter aller Qualifikationsstufen gleichermaßen.

Das kostet Geld, bringt aber auch viel: Wir haben Kunden, die 80 % (!) Ihrer Umsätze aus dem Internet generieren und nicht nur mit kleinen und Kleinstmandaten im Privatpersonen-Bereich, sondern durchaus auch in der Beratung von Unternehmen. Andere unserer Kunden – auch kleinere Kanzleien mit drei bis vier Berufsträgern –, haben innerhalb kürzester Zeit und mit sehr spezifischen Anforderungen über juristische Jobportale genau die richtigen Mitarbeiter gefunden.

Dass Online-Marketing sehr effizient möglich ist, gilt aber nach unserer Erfahrung nur, wenn die Marketing-Maßnahmen der Kanzlei stilistisch und inhaltlich auf den Leib geschneidert sind. Denn nur so kann man exakt die Bedürfnisse von Wunschmandanten und Wunschmitarbeitern ansprechen. Nur das vermeidet (teure) Streuverluste, Mandatsanfragen und Mitarbeiter, die man nicht will.

So akquirieren Sie Mandanten im Netz: Teil I

[1] Ausführliche Informationen zum Thema Anwaltssuchdienste und Rechtsportale finden Sie im Kanzleimarketing-Verzeichnis 2019.

[2] Bei einer Job-Matching-Plattform stellen Arbeitgeber Stellen ein, Bewerber füllen ein Profil mit ihren Qualifikationen aus. Stimmt ein Stellenangebot mit einem Bewerberprofil überein, werden beide Seiten darüber benachrichtigt – zunächst vollkommen anonym.

Foto: Adobe Stock/kebox

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