Dokumentenanalyse

Die Menge der Daten, die digital generiert werden oder die von einem Mandanten übermittelt werden, steigt immer weiter an, liegt teilweise in verschiedensten Dateiformaten in Unternehmen und Kanzleien vor und wird im Falle einer Prüfung oder Revision schnell zum Nadelöhr sonst flüssig laufender juristischer Prozesse.
Hier greifen Tools zur Dokumentenanalyse ein und helfen, den sonst hohen manuellen Aufwand sowie die tatsächlich notwendige Lesezeit zu reduzieren. Allen gemein ist die geordnete Struktur sowie ausgeklügelte Funktionalitäten, die sich mal mehr, mal weniger an der Arbeitsweise von Juristen orientieren:

Verschiedenste Filtermöglichkeiten, Verlinkungen zu Originaldokumenten und Gesetzestexten, klausel- und dokumentenbasierte Such- und Bearbeitungsfunktionen sowie eigenes Editieren und Trainieren der Systeme gehören dazu. Das Zauberwort Künstliche Intelligenz findet sich in den meisten Produktbeschreibungen und verspricht, dass die Softwarelösungen nicht nur fallweise eingesetzt werden können, sondern bei konsequentem Einsatz schnell in der Lage sind, verschiedenste Dokumente zu analysieren, passgenaue Reports zu erstellen und risikobehaftete Inhalte selbständig zu erkennen.

DATEVDas Programm „Juristische Textanalyse“ der DATEV eG unterstützt Anwälte bei der Textanalyse und ermöglicht eine komplett digitale Fallbearbeitung. Elektronische Textdokumente werden automatisiert analysiert und nach vorgegebenen Suchparametern strukturiert. Schriftsätze können, ohne zwischen Papier, Literatur und Datenbank wechseln zu müssen, strukturiert, bearbeitet und recherchiert werden. Urteile und Fundstellen können mit einem Klick in der eingesetzten Online-Datenbank geöffnet werden.
rfrnzrfrnz, gesprochen: reference, ist ein Legal Tech-Unternehmen mit Sitz in München und Berlin und offeriert ein Vertragsanalyse-Tool für Rechtsanwälte und Unternehmensjuristen, um deren Vertragsprüfung und -workflow (teilweise) zu automatisieren. Die Contract Intelligence-Plattform hat früh auf eine bedürfnisorientierte Zusammenarbeit mit seinen Kunden gesetzt und ist heute in der Lage, verschiedene Szenarien der Vertragsprüfung abzudecken. Durch die Nutzung von Machine Learning und einer modularen Architektur ist die Plattform flexibel und anpassungsfähig und damit schnell in der Lage, weitere Vertragstypen und -sprachen zu trainieren und zu analysieren.
Der mittelständische Softwareanbieter Intrafind aus München bietet mit Analyze Law eine KI-basierte Lösung zur Analyse von Verträgen und rechtsrelevanten Unterlagen. Die Software extrahiert gezielt Inhalte, wie Klauseln und Einzelinformationen, und ermöglicht dem User eine weitere Bearbeitung der Fundstellen sowie das Erstellen von Reports. Durch stetige Nutzung wird das System anwenderbezogen trainiert.
Seit rund 15 Jahren bietet Consilio mit seinen E-Discovery-Lösungen verschiedene Services zur gerichtsfesten forensischen Datensicherung an. Ergänzt wird die Dienstleistung durch Document Review und Analyseverfahren. Projekte werden nach Bedarf direkt von Consilio abgewickelt oder personell und technisch unterstützt.
epiq offeriert global Dienstleistungen und Softwarelösungen in den Bereichen E-Discovery sowie Regulierung & Compliance an. Dabei bietet epiq die Umsetzung einzelner Projekt von der forensischen Datensicherung bis hin zur Analyse an, unterstützt die Kunden aber auch bei der unternehmensweiten Implementierung komplexer E-Discovery-Strategien mithilfe standardisierter Verfahren und Reportings.
Das Frankfurter Startup Evana stellt seinen Kunden eine spezialisierte Plattformlösung zur Analyse und Auswertung aller relevanten Daten rund um den Kauf oder die Verwaltung von Immobilien zur Verfügung. Die selbstlernenden Algorithmen, die die entsprechenden Datenbanken und Dokumente durchsuchen, werden bei Evana durch stetigen Einsatz immer weiter verbessert. Ein Großinvestor aus der Immobilienbranche beteiligte sich vor Kurzem an Evana und wird das System zukünftig übergreifend einsetzen, um sein Immobilienportfolio zu managen und so die Software auch entwicklungsseitig weiter nach vorne zu bringen.
Das Legal Tech-Unternehmen inserve aus Hannover beschäftigt sich mit der Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen. Leistungen für Insolvenzverwalter, Kartellrechtler und allgemeine Services zur Automatisierung in Kanzleien sind hierbei der Schwerpunkt. Mithilfe intelligenter und lernender Algorithmen erkennen die Softwareprodukte von inserve kaufmännische und juristische Sachverhalte und Muster in komplexen Dokumenten und Datensätzen und unterstützen mit entscheidenden Informationen Verknüpfungs-, Analyse- und Auswertungsprozesse bis hin zur automatisierten Aktenanlage und -ergänzung.
Der global agierende Anbieter von E-Discovery-Software und dazugehörigen Management-Tools betreibt eigene Rechenzentren in Deutschland. Die einzelnen Plattformlösungen visualisieren und überwachen die entsprechenden Rechtsprojekte, stellen relevante Indikatoren aus den Bereichen Daten, Review, Verarbeitung, Finanzwesen und Drittprodukte zur Verfügung und werten diese anhand von 80 vordefinierten Werkzeugen aus.
Kira ist eine Softwarelösung des kanadischen Unternehmens Kira Systems und arbeitet mit vier der zehn führenden US-Kanzleien zusammen. Integrierte maschinelle Lernmodelle stehen für unterschiedliche Transaktionsbedürfnisse zur Verfügung und unterstützen sowohl bei Routine- als auch komplexen Aufgaben. Mit Kira Quick Study bietet Kira seinen Kunden die Möglichkeit, selbst ein schlankes, auf ihre Bedürfnisse eingestelltes Machine Learning Model einzurichten, das bereits nach dem Training mit 20 bis 30 Beispielen fähig ist, eine gewünschte Klausel aus Dokumenten oder Verträgen zu filtern.
Das Legal Tech-Startup Legartis aus der Schweiz hat eine auf künstlicher Intelligenz basierende Software für die Erfassung und den Abgleich großer Mengen juristischer Dokumente und Daten entwickelt. Das „Lifecycle Contract Intelligence Tool“ ermöglicht seinen Nutzern die fortlaufend aktualisierte und effiziente Verwaltung von Dokumenten und Informationen und deren zielgerichtete Analyse.
Das österreichische Unternehmen LeReTo stellt seinen Kunden ein Legal Research-Tool zur Quellenrecherche für Rechtstexte bereit. Schriftsätze, Beschlüsse und Urteile werden auf zitierte Quellen untersucht und diese vollautomatisch in Rechtsdatenbanken abgefragt. Das Tool verknüpft die zitierten Verweise so mit öffentlichen Datenquellen sowie ausgewählter Fachliteratur. Ein Vorschaufenster gibt den Usern die Möglichkeit, die zitierten Rechtssätze und Gesetze vorab anzeigen zu lassen und direkt mit Kommentaren zu versehen.