Open/Close Menu Wie Anwälte neue Chancen nutzen
Berlin Legal Tech

Dieses Jahr fand die Berlin Legal Tech-Konferenz mit parallel veranstaltetem Legal Hackathon das zweite Mal statt. Die Veranstaltungsorte waren dieses Mal örtlich voneinander getrennt. Die Konferenz fand in Moabit statt, der Hackathon in Neukölln. Am letzten Tag des Hackathons wurden alle Teilnehmer der Konferenz per Bus nach Neukölln zum Hackathon gefahren, um dort die Vorstellung der Projekte der Legal Hacker zu hören und bei der anschließenden Preisverleihung durch die Jury und bei Freigetränken auf der After-Show-Party neue Kontakte zu knüpfen.

Berlin Legal Tech-Konferenz

Bei der diesjährigen Konferenz gab es für die zahlreich erschienenen Zuhörer aus dem In- und Ausland interessante Vorträge aus den Themenbereichen Industrielle Rechtsdienstleistungen & neue Geschäftsmodelle (hier sehr interessant der Vorträge über „Predictive Analysis und Litigation Funding“), Blockchain (u.a. ein Vortrag über Sinn und Unsinn von Initial Coin Offering), Künstliche Intelligenz („Distrust on the Bleeding Edge: AI braucht Teamarbeit“) und Access to Justice („David gegen Goliath: Legal Tech schlägt Facebook“) zu hören. Außerdem wurde eine Rede zum Thema „Embedded Law – Die Zukunft der industriellen Rechtsdienstleistung“ gehalten.

Berlin Legal Hackathon

Der bereits am Vortag der Konferenz gestartete Hackathon war eine 48-stündige Veranstaltung, die zum Ziel hatte, verschiedene Personen aus der Rechtsbranche und der Softwareentwicklung zusammenzubringen. Der Hackathon fand in einer großen Halle statt, die zu einem Drittel mit einem Ufo-artigen, beheizten, durchsichtigen Zelt ausgekleidet war. Die Atmosphäre war locker, international und herzlich. Insgesamt nahmen über 140 Juristen, Legal Engineers und Programmierer teil. Die Hälfte der Teilnehmer waren Rechtsanwälte, die andere Hälfte unterteilte sich zu fast gleichen Teilen in Legal Engineers, Software-Entwickler und „Sonstige“. Nach einer kurzen Ansprache der beiden Veranstalter wurden Gruppen in vorgegeben Themen gebildet und alle Teilnehmer sollten diese abwechselnd besuchen. Danach haben sich mehrere neue Gruppen gebildet und ihre Ideen vor allen anderen gepitcht, um weitere Mitglieder für ihre Gruppe zu finden. Andere Teilnehmer sind mit konkreten Ideen und bestehenden Gruppen zum Hackathon angereist. Die nächsten ca. 30 Stunden wurde an den einzelnen Projekten gearbeitet, um diese am nächsten Tag um 18 Uhr vor der Jury zu präsentieren.

Gewinner des Hackathon

Der Gewinner des Legal Hackathons Berlin 2018 war das Team von Solvent.ai. Dabei handelte es sich um eine Software-Lösung, die verschiedene zukünftige Vertragspartner bzw. gegnerische Parteien nach ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden bezüglich Forderungen und Vorstellungen abfragt und am Ende, darauf basierend, einen Vertragsvorschlag generiert. Als Gewinner wurde Solvent.ai nicht nur mit 4000 EUR belohnt, sondern auch mit einer Einladung zur nächsten Runde des Global Legal Hackathons. Platz zwei ging an das Team von „I Say Oh!“. Diese ermöglichen jedem Nutzer, seine eigene ICO Kryptowährung zu erzeugen. Der dritte Platz ging an Bamboozle. Sie hatten eine Software erstellt, die Usern bei Verbraucherfallen helfen soll, insbesondere bezogen auf Datenschutz und Kündigungsfristen. Auch der von Wolters Kluwer gesponserte Special Award für die beste „Access-to-Justice“-Lösung ging an Bamboozle.

Fazit

Auch die zweite Berlin Legal Tech war ein rundum gelungenes Ereignis. Jedem Rechtsanwalt kann nur empfohlen werden, an einem Legal Hackathon teilzunehmen. Noch vor mehreren Jahren war es quasi völlig undenkbar, Rechtsanwälte und Programmierer zusammenzubringen, da diese kaum gemeinsame Themen gehabt hätten. Dies haben u.a. die Veranstalter der Berlin Legal Tech in Deutschland völlig verändert. Auf diese Art werden in den nächsten Jahren sicherlich noch viele Legal Tech-Ideen entstehen und sich unterschiedliche Personen aus Law & Tech zusammenfinden.

Hier finden Sie Aufzeichnungen einzelner Vorträge der Konferenz.

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