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Kanzleien

Legal Tech für Kanzleien: Diese Anbieter helfen auf dem Weg zur Digitalisierung

Unter dem Begriff Legal Tech wird mittlerweile ein breites Spektrum verschiedenster Anbieter zusammengefasst. Diese Unternehmen lassen sich u.a. danach kategorisieren, ob sie ihre Dienstleistungen für Rechtsanwälte anbieten oder geschlossen agieren. Für andere Rechtsanwälte verschlossene Legal Tech-Firmen sind z.B. flightright oder rightmart, da diese sich in ihrem speziellen Bereich, meist einer Nische, als Konkurrenten zur Anwaltschaft positionieren. Viel größer ist allerdings das Angebot an Legal Tech-Unternehmen, die verschiedene Services für Kanzleien anbieten. Diese Legal Tech-Anbieter helfen kleinen und mittleren Kanzleien dabei, effizienter, kostengünstiger und letztlich auch mandantenfreundlicher zu arbeiten.

Online-Rechtsmarktplätze

Online-Rechtsmarktplätze gibt es in Deutschland erst seit ein paar Jahren. Hier haben Anwälte die Möglichkeit, sich auf der Plattform zu präsentieren und entweder auf eine kostenlose Erstanfrage hin beratend tätig zu werden, oder zu einem vorher festgelegten Preis ein bestimmtes Rechtsprodukt anzubieten. Für diesen Service verlangen die Anbieter meist eine Monatsgebühr, plus eventuell weiterer Gebühren auf Provisionsbasis. Der potentielle Klient entscheidet dann im transparenten Vergleich, welchen Anwalt er beauftragen möchte. Bekannte Marktplätze für Anwälte sind die Unternehmen legalbase, advocado und jurato. In den USA setzen ähnliche Rechtsmarktplätze, wie z.B. Legalzoom, jedes Jahr bereits Millionen US-Dollar um. In Deutschland steht die Marktdurchsetzung dieser Firmen allerdings noch am Anfang.

Kanzleisoftware

Im Bereich der Kanzleisoftware gibt es eine große Auswahl verschiedener  Anbieter. Beispielhaft sind hier drei interessante Produkte zu nennen:

Kleos ist eine cloudbasierte Kanzleisoftware aus dem Hause Wolters Kluwer. Geboten werden u.a. eine Aktenführung, die Verwaltung von Aufgaben, die Erstellung von Dokumentenvorlagen, eine Integration in Word und Outlook und ein sicherer Datenaustausch mit Mandaten und Kollegen.

LegalTrek ist eine Managementsoftware für Kanzleien, die den Klienten eine anschauliche Einsicht in die geleistete Arbeit und die daraus resultierenden Kostennoten ermöglichen soll, um die Quote an Beschwerden bezüglich zu hoher Rechnungen zu mindern. Außerdem ist LegalTrek bei der Zusammenwirkung von mehreren Rechtsanwälten an einem Projekt, bezogen auf die Übersichtlichkeit der geleisteten und noch zu leistenden Arbeit, hilfreich

Rainmaker ist eine cloudbasierte Kanzleimanagement-Software aus dem Hause Soldan. Geboten werden u.a. die Möglichkeit der kompletten Kanzleiverwaltung, eine strukturierte Fallbearbeitung, juristische Recherchemöglichkeiten, ein virtuelles Büro und Online-Mandatsakquisition in einer modernen Cloud-Oberfläche, die auch für den mobilen Einsatz optimiert ist.

Dokumentenerstellung

Auch im Bereich der Dokumentenerstellung gibt es bereits eine beachtliche Anzahl an Legal Tech-Anbietern auf dem deutschen Markt. Hier eine kleine Auswahl:

CetoDocs ist eine Dokumentenerstellungsoftware der Firma Cetonis. Der Fokus liegt hier in der positiven Einfachheit der Bedienung. CetoDocs läuft in einer speziell gesicherten Cloud. Zielgruppe sind RVG Kanzleien mit wiederkehrenden und ähnlich gelagerten Fällen, wie man sie z.B. bei Verträgen im Gesellschaftsrecht, Mietrecht, Erbrecht, bei AGB und Lizenzverträgen findet. Als besonderen Service hilft Cetonis den Kanzleien am Anfang bei der Einbindung ihrer Vorlagen.

Ähnlich wie Cetonis bietet auch die Berliner Firma LAWLIFT eine cloudbasierte Online-Dokumentenautomatisierungssoftware für Kanzleien und Rechtsabteilungen. Alle Textbausteine sind individuell anpassbar und können mit eigenen Fragen und Regeln zur Verwendung durch den Rechtsanwalt versehen werden. Alle Daten liegen dabei in einer Cloud, die mit einem auf dem jeweiligen Anwaltsrechner liegenden Software-Schlüssel speziell gesichert ist.

Spezielle Legal Tech-Unternehmen

Neben den zuvor genannten, großen Hauptbereichen der Legal Tech-Software, gibt es auch viele spezialisierte Anbieter für Kanzleien. Hier einige Beispiele:

AdvoAssist ist Deutschlands größtes Netzwerk für Terminsvertretungen und anwaltliche Zusammenarbeit mit über 10.000 Mitgliedsanwälten. Eine zu zahlende Gebühr richtet sich dabei nach dem Streitwert des Falles. Außerdem haben Rechtsanwälte die Möglichkeit, über AdvoAssist Kanzleien zu kaufen bzw. zu verkaufen, auf einen juristischen Schreib- und Übersetzungsservice zugreifen zu können, juristische Spezialfragen von Kollegen aus dem Netzwerk beantworten zu lassen und Mandate aus fremden Rechtsgebieten im Austausch mit der Mandantschaft an qualifizierte Kollegen weiterzugeben.

Die Lübecker Firma Klientus ermöglicht Rechtsanwälten die kostenlose Erstellung eines Online-Beratungsraums in Form einer Videokonferenz für sich und ihre Mandanten. Die Video-Verbindung erfolgt dabei verschlüsselt und findet innerhalb des Webbrowsers statt. Eine spezielle Software wird nicht benötigt, was den Umgang sehr einfach gestaltet.

Edicted bietet Hilfe bei der Auslagerung von Dienstleistungen für Rechtsanwälte. Gemeinsam mit dem traditionsreichen Verlag C.H. Beck als Partner, stellt edicted eine Plattform für die Kollaboration unter Juristen zur Verfügung, die Qualität und Effizienz in verschiedenen Bereichen der Mandatsarbeit gewährleisten soll. Edicted ist für Kanzleien und Rechtsabteilungen somit hilfreich beim Outsourcing von Rechtsdienstleistungen und auf der anderen Seite interessant, um als Experte um Rat gefragt zu werden und Kollegen entgeltlich zu helfen.

Fazit

Dies war ein kleiner Überblick, wie Legal Tech Dienstleistungen sinnvoll im Alltag von einer Kanzlei genutzt werden können. In Deutschland gibt es zurzeit bereits ca. 100 Legal Tech-Unternehmen. Diese Zahl wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren weiter wachsen. Es bleibt also spannend in der Legal Tech-Branche!

Foto: Fotolia/Coloures-Pic

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